Land | Sprache

Gemeinsam ans Ziel: Laufgruppe anstatt alleine laufen

Du hast es endlich geschafft dich aufzuraffen und loszulaufen, aber findest keinen Spaß oder gibst schnell wieder auf? Vielleicht wäre eine Laufgruppe genau das Richtige für dich.  

Simone, Gründerin von @rookie.runners, ist mit ihrem motivierten Team für RAWBITE beim Royal Run in Kopenhagen mitgelaufen. Sie erzählt wieso sie auf die Idee kam eine Laufgruppe zu gründen und wann du einer Laufgruppe beitreten solltest.

 

1. Du hast die Laufgruppe @rookie.runners in Kopenhagen gegründet – was war deine Motivation dahinter? 

Früher mochte ich Laufen gar nicht und dachte ich immer, dass Joggen langweilig ist.  Mitte 20 hatte ich dann eine schwierige Zeit und habe entdeckt, dass Laufen das Einzige ist, was mir Ruhe gibt. Normalerweise bin ich immer allein gelaufen. Erst als ich eine Reise nach Südafrika unternommen habe und mich allein gefühlt habe, bin ich zum ersten Mal einem Laufverein beigetreten – zum Glück, denn ich habe das gemeinsame Laufen mit anderen sehr zu lieben gelernt. Nach meiner Rückreise beschloss ich dann eine Gemeinschaft zu gründen, die das, was mir so viel Spaß macht, an andere weitergeben kann. 

 

2. Was ist der Unterschied zwischen deiner Laufgruppe und anderen? 

Ich denke, wir Rookie Runners sind anders, weil wir uns weniger auf Leistung, Distanzen und Tempo konzentrieren, sondern auf das Gemeinschaftsgefühl. Es bedeutet mir sehr viel, dass wir eine Gemeinschaft sind, die sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist.

Außerdem habe ich bei jedem Lauf eine Musikbox dabei. Ich denke, die Musik bringt die Gruppe zusammen. Menschen, an denen wir vorbeilaufen, hören uns schon aus der Ferne und lächeln uns an. Das gibt eine wahnsinnige Energie für den Rest des Laufs. Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie bei der Arbeit, zu Hause und im Training viel leisten müssen. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem das Miteinander und nicht die Leistung im Vordergrund steht.

 

3. Wer kann der Laufgruppe beitreten? 

Der Grundsatz bei uns lautet, dass keiner im Ziel ist, bevor nicht alle im Ziel  sind – sich darauf einzulassen ist uns wichtig. Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig und legen viel Wert auf unsere Gemeinschaft. 

Grundsätzlich ist Rookie Runners aber eine Community, an der alle teilnehmen können. Wenn mir neue Interessierte schreiben, achte ich darauf, dass sie schon ein wenig Lauferfahrung haben, damit sie sich nicht verletzen. Auch wenn wir langsam laufen, kann es eine große Belastung für den Körper sein, wenn man noch nie gelaufen ist.  

 

4. Warum sollte man einer Laufgruppe beitreten? 

Ich denke, jeder kann etwas davon haben, in einer Laufgruppe zu sein. Es geht hauptsächlich um die Unterstützung, die man einander gibt - das Laufen selbst ist oft zweitrangig.

Wir bei Rookie Runners sind zum Beispiel eine bunt gemischte Gruppe, in der einige auch problemlos weit und allein laufen könnten, aber einfach die Gesellschaft genießen. Andere brauchen zusätzliche Motivation, um anzufangen und manche brauchen das Laufen auch, um den Kopf frei zu kriegen.  

 

5. Warum sollte man einer Laufgruppe beitreten, anstatt allein zu laufen? 

Der schwierigste Teil ist oft sich zu motivieren und loszulegen. Wenn man allein läuft, ist es leichter einfach aufzugeben, aber wenn man in einer Gruppe läuft, wird es immer andere geben, die dich unterstützen und pushen. Wenn man mit anderen läuft, weiß man, dass andere schon auf einen warten – das gibt Motivation und Lust vor die Tür zu gehen. Es ist einfach ein tolles Gefühl, dass jemand hinter einem steht und an einen glaubt, wenn man selbst die Hoffnung verliert.

 

6. Wie läuft man am besten (sicher) in einer Stadt? 

Eine Laufgruppe mitten in der Stadt zu haben, kann eine Herausforderung sein. Vor allem zu Stoßzeiten, wenn die Menschen von der Arbeit nach Hause fahren, ist es manchmal etwas schwierig. Ich erinnere meine Läufer immer daran, den Verkehr besonders genau im Auge zu behalten. Oft spiele ich Verkehrspolizistin und sorge dafür, dass alle meine „Rookies“ sicher über die Straße kommen. Meine Erfahrung ist aber, dass sich die meisten daran gewöhnen im Chaos zu laufen. Manchmal hat es sogar einen gewissen Reiz: Viele freuen sich riesig und jubeln uns zu, wenn wir angelaufen kommen. Oft suche ich auch eine Route, die zwischen Park und Stadt wechselt.

 

 

Rookie-runners_simone_450x450

 

7. Was ist deine Lieblingslaufstrecke in Kopenhagen? 

Ich liebe es im Stadtteil Nørrebro zu laufen. Meine „Rookies“ lieben Strecken durch Nørrebro Parken, an den Seen vorbei, durch einen kleinen Teil der Nørrebrogade und von hier aus durch die Elme-, Gulbergs- und Mimersgade. 

 

8. Hast du Tipps für Laufanfänger? 

Der beste Tipp für Anfänger ist die Erwartungen zu senken. Es ist wichtig Erfolge zu sammeln und Spaß zu haben. Wenn man die Messlatte niedriger setzt als geplant und sich weniger vornimmt, als man denkt, dass man schafft, fühlt es sich besser an Ziele zu erreichen. 

Außerdem finde ich die richtige Kleidung sehr wichtig – man sollte sich wohlfühlen. So, wie man sich für die Arbeit oder eine Party fertig macht und gut aussehen möchte, gilt das auch für den Sport. 

  

9. Was liebst du am Laufen? 

Ich liebe es zu laufen, weil ich meinen Kopf frei kriegen kann. Ich habe das Gefühl, dass ich bessere Entscheidungen treffen kann, wenn ich vom Laufen komme. Es schafft Ausgleich in einem Alltag voller Eindrücke und Herausforderungen. Außerdem habe ich gerne die Kontrolle über meinen Körper. Ich fühle mich fast wie eine kleine Superheldin, wenn ich mich mit meinem Körper von Nørrebro nach Brøndby bringen kann. Ich fühle mich stark! 

 

10. Wie erholst und stärkst du dich nach einem Lauf? 

Es ist mir sehr wichtig mich nach dem Laufen zu dehnen. Ansonsten trinke ich davor und danach sehr viel Wasser.   

Eine Laufgruppe muss nicht für alle das Richtige sein. Das Wichtigste ist, dass es dir Spaß macht. Unsere Kollegin Vibeke genießt es alleine zu laufen. Lies hier was sie motiviert!

 

 

Pure Taste. Pure Joy.

#runwithrawbite