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Ihr wollt euren Zielen näherkommen? Schreibt sie einfach auf!

Bullet…was? Was erstmal kompliziert klingt, entpuppt sich als spielend leichte, analoge Methode, um etwas mehr System in den Alltag zu bringen und seine Gedanken zu sortieren. So werdet ihr effizienter, fokussierter und vor allem produktiver und schafft es um ein Vielfaches schneller, eure Wünsche zu realisieren. Klingt gut, oder?

Alles, was ihr für die genial einfache Methode des Bullet Journaling braucht, ist ein schönes Notizbuch mit weißen Seiten oder je nach Geschmack punktierten Linien, einen Stift und ein Lineal. Die Idee stammt übrigens von dem New Yorker Ryder Carroll. Der gängige Kalender mit viel Raum für Termine und Daten und wenig Platz für kreativen Spielraum war gestern. Was daran falsch ist? Da das menschliche Gehirn nicht geradlinig arbeitet, sondern mit Verknüpfungen und Querverbindungen und auch das Leben nicht geradlinig verläuft, sondern eher in Zickzacklinien und kurz- und langfristigen Zielen, ist ein Bullet Journal die viel bessere Lösung.

Na, dann kann es ja losgehen. Buch und Stift gezückt, fertig, los! Euer Bullet Journal fertigt ihr per Hand an – nicht zuletzt, weil die Handschrift viele Vorteile bringt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass wir uns beim Schreiben das Geschriebene besser einprägen. Was wir zu Papier bringen, anders als beim mechanischen Tippen, kriegen wir im wahrsten Sinne aus dem Kopf! Der Name „Bullet“ kommt vom speziell dafür entwickelten Stichpunkte-System: Einfache Punkte werden für Aufgaben verwendet, verwandelt ihr den Punkt später in ein Kreuz, ist die Aufgabe erledigt. Durchgestrichen bedeutet „überflüssig geworden“. In einen Pfeil umgewandelt, kann die Aufgabe verschoben und an anderer Stelle erneut notiert werden. Kleine Kreise stehen für Ereignisse (z.B. halbe Stunde im Wald gejoggt), Spiegelstriche für Notizen, also Fakten (z.B. in Meetings), Ideen, Gedanken und Beobachtungen. Haltet euch kurz und knapp, denn das erhöht die Chance, dass ihr etwas tatsächlich aufschreibt, euch daran erinnert und daraus lernen könnt. Zusätzliche Zeichen vor euren Bullets wie Sternchen oder Ausrufezeichen kennzeichnen die Priorität und Wichtigkeit.

 

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INDEX

Schlagt die erste weiße Doppelseite des Notizbuchs auf. Jeder legt sein Bullet Journal nach seinen Bedürfnissen an, zum Starten empfiehlt sich aber ein Grundgerüst. Als Erstes legt ihr dafür das Inhaltsverzeichnis an. Darin stehen: eine Übersicht der (verbleibenden) Monate des Jahres, die Monatsübersicht für den laufenden Monat sowie die Wochen- und Tagesplaner. Aber auch weitere Rubriken, die ihr für euch findet – eine Leseliste, eine Doppelseite für Erinnerungen oder Skizzen. Probiert einfach aus, was ihr nutzt und ergänzt euer Journal nach Belieben und lasst euch auch von anderen #bulletjournal Ideen auf Instagram oder Pinterest inspirieren.

YEARLY OVERVIEW

Auf der nächsten Doppelseite folgt die „Jahresübersicht“, also die Monate mit den entsprechenden Ziffern für die einzelnen Tage und Buchstaben für die Wochentage (auch hier habt ihr natürlich Gestaltungsfreiheit). Daneben zeichnet ihr je ein paar leere Zeilen oder Kästen, in die langfristige Pläne und Events wie Urlaube, Geburtstags- oder Firmenfeiern, der Halbmarathon, Konzerte und andere Ereignisse in der näheren Zukunft eingetragen werden können.

FUTURE LOG

Nun kommt der „Future Log“: Der Kreativität sind auch hier keine Grenzen gesetzt, Minimalisten widmen jedem Monat einfach eine Drittelseite. Darin kommt im bereits bekannten „Rapid Logging“-Verfahren alles zu Papier, was persönliche Ziele und Vorhaben für das Jahr angeht, auch Wünsche und Träume. Wichtig hier: nicht zögern, sondern sich trauen, alles aufzuschreiben, sogar das, was noch so unwahrscheinlich klingen mag (endlich den Traumpartner finden, ein Sixpack haben – ist doch gar nicht so unwahrscheinlich, wenn es erst einmal dasteht, oder?). Tipp: Überprüft jeden Monat euren Future Log, um zu sehen, ob irgendein Punkt in den „Monthly Log“, also in die neue Monatsübersicht, wandern kann.

MONTHLY LOG

Diese Doppelseite besteht aus zwei Teilen: Links gibt es die komplette Monatsübersicht mit allen Tagen, die bewusst nur für stark verknappte Einträge gedacht ist. Entweder schreibt ihr die Tage des Monats einfach untereinander mit dem jeweiligen Buchstaben des Wochentags daneben – zur besseren Übersicht am besten eine durchgezogene Linie nach jeder Woche ziehen. Oder ihr macht euch die Mühe und legt eine Tabelle mit Kästchen an. Auf die rechte Seite kommt die Task Liste – hier schreibt ihr die Aufgaben untereinander, die in dem Monat anstehen. Die Liste fungiert als mentale Inventur: Was hat in den kommenden vier Wochen Priorität? Was blieb letzten Monat unerledigt? Was ist jetzt wichtig? Aufs Papier damit, dann ist es raus aus dem Kopf!

DAILY LOG

Jetzt geht’s ans Eingemachte: In der Wochenübersicht steht als Überschrift der Tag mit Datum oben drüber – darunter folgt die bunte Liste, gekennzeichnet durch die verschiedenen Zeichen (Punkte, Kreise, Striche, Signifier), der Alltags-to-Dos, Aufgaben, Termine, Events, Erlebnisse, Gedanken oder Kommentare. Außerdem finden hier in Extra-Kästen Themen Platz, die euch am Herzen liegen. Etwa unter der Überschrift „Dankbarkeit“: gute Momente, Erfolgserlebnisse, Dinge, die gut gelaufen sind oder einfach großen Spaß gemacht haben. Als Reminder: do it again!

Tipp: Die Tagesübersicht erst im Moment des ersten Eintrags anlegen oder am Abend vorher. Denn vorher weiß man nie, wieviel Platz ein Tag braucht, ob je eine ganze Seite oder ob dort drei Wochentage Platz finden. Da das Bullet Journal ja ständig im Prozess ist, werdet ihr auch hier variieren. Wichtig: Seitenzahlen nicht vergessen und ins Inhaltsverzeichnis eintragen.

Zu guter Letzt: Mit eurem Bullet Journal macht ihr Schluss mit Planungs-Apps und Kalendern, die euch eine feste Struktur vorgeben, an die ihr euch zu halten habt, ohne dass sie sich nach euch und euren (Planungs-)Bedürfnissen richten. Jetzt kommt alles unter ein Dach: Termine und tägliche Aufgaben, Ideen, Pläne und schnelle Einfälle. Und ihr kommt schneller voran, ganz so, wie es euch vorschwebt. Frei nach dem Motto: Macht doch, was ihr wollt!