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Zurück in den Sommer: Wandern auf Korsika

Raue Natur, atemberaubende Küsten und mediterrane Tierwelt - das ist Korsika. Dorthin führte vor Kurzem mein letzter Trip. Und der war großartig: Die Landschaften begeistern das Auge, die Tiere der Insel entzücken das Gemüt - Wandern auf der korsischen Insel ist einfach genau die richtige Art und Weise, so viel wie möglich von der Umgebung aufzusaugen und die ein oder andere Neuentdeckung zu machen.

Wir sind unter Anderem einige Etappen des so genannten GR20 gegangen. Dabei handelt es sich um eine bekannte Fernwanderroute. Wer sich entscheidet, nur eine oder zwei Etappen zu gehen, geht den gleichen Weg auch wieder zurück.

Wir sind in dem Ort Conca gestartet. Der GR20 ist nicht gerade ein Sonntagsspaziergang. Der Weg ist oft steinig und vor allem am Anfang geht es steil bergauf. Dass wir beim Lauftempo aufeinander Rücksicht genommen haben, hat die Sache angenehmer gemacht. An diesem Tag sind wir fünfeinhalb Stunden gelaufen. Nach gut drei Stunden entschieden wir: Es geht zurück. Doch das war alles andere als langweilig: Denn der Weg hat seinen Reiz, auch wenn Wanderer ihn wieder zurücklaufen. Das Auge erlebt die Landschaft auf einmal ganz anders als auf dem Hinweg. Im Laufe der Wanderung wurden wir immer sicherer. Wir entwickelten instinktiv ein Gefühl dafür, welcher Stein wackelig ist, wo wir uns besser festhalten und konzentrieren sollten und wo es einfach war zu wandern. 

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Nach diesem super Start hieß es auch schon: auf zur nächsten Tour. Diese führte zum Bavella-Massiv im Süden Korsikas. Vom Col de Bavella ging es für uns eine weitere Etappe des GR20 bis zur Paliri-Hütte. Dort packte mich dieses Gefühl, das Reisen ausmacht: Das Glück zum allerersten Mal einen Ort zu entdecken, den man noch nie zuvor gesehen hat – das ist für mich Auftanken in der Natur pur. Schon während der Anfahrt auf der langen Serpentinenstraße spürte ich dieses Kribbeln, diese Aufregung - wie ein kleines Kind, das gleich sein Geburtstagsgeschenk auspacken darf. Einfach großartig!

Auch das Wetter war auf unserer Seite: 28 Grad, nicht zu heiß und definitiv nicht zu kühl. Es dauerte zwei Stunden bis zur Paliri-Hütte - ein sehr sympathischer Unterschlupf zum Pausieren, klein und unperfekt mit tollen Ausblicken. Während dieser zwei Stunden liefen wir über Forstwege, überquerten einen Bachlauf und stiegen Waldhänge auf und ab. Auch hier wieder - alles neu. Ich saugte alles ich mich auf: Die Düfte, die Landschaft, die Ausblicke. Eine tolle Auszeit für den Geist.

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Als wir umkehrten und zurückliefen, war der Weg wie ein alter Freund für uns geworden. Wir haben ihn nur noch einmal anders lieben gelernt. Es lohnt sich immer, neue Perspektiven einzunehmen. Also, brecht auf und entdeckt! Oder, wie Kurt Tucholsky sagte: „Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.“

Umgeben vom Mittelmeer lädt Korsika förmlich zu Wanderungen an der Küste ein. Wir haben neben dem GR20 noch viele andere spannende Dinge unternommen: Küstenwanderungen (z.B. in Tizzano und Bonifacio), Flusswanderungen mit Badegumpen und Springvergnügen, Kajaktouren und Schnorchel-Ausflüge. Am Ende des Urlaubs sagte mein Freund einen Satz über die Insel, der sie hervorragend beschreibt. "Korsika ist ein riesiger Abenteuerspielplatz!" Absolut!

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Manuela lebt in Düsseldorf und arbeitet als pädagogische Fachberaterin für Kindertagespflege. Wann immer sie nicht arbeitet, liebt sie es, rauszugehen und aktiv zu sein, zum Beispiel beim Wandern, Radfahren oder Yoga.

Vielen Dank, Manuela, für die schönen Bilder und dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast!

Enjoy Every Bite.